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"Fass mich nicht an, Du Schwuchtel!" "Olle Kampflesbe" "Voll der schwule Pullover!


Solche oder ähnliche Ausrufe können sie auf vielen Schulhöfen und in Jugendklubs tagtäglich hören. Die Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen (auch) über Beschimpfungen zeigt, dass sie für alle Jugendlichen ein heißes Thema ist - unabhängig davon, ob diese sich selbst als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender (kurz lsbt) definieren.

 

Geht man von einem 5%igen Anteil von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern* an der Gesamtbevölkerung aus, bedeutet dies, dass sich in jeder Klasse, in jeder Freizeitgruppe oder jedem Hochschulseminar mindestens eine Person befindet, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender  definiert. Mit einem Durchschnittsalter von etwa 16 Jahren werden sich lesbische und schwule Jugendliche heute deutlich früher als noch vor zehn Jahren über ihr gleichgeschlechtliches Begehren klar, bis zum 19. Lebensjahr erleben viele von ihnen ihr Coming-out.

 

LehrerInnen und in der Jugendhilfe Tätige begegnen täglich in ihren Klassen und Gruppen lsbt Jugendlichen, die gerade ihr "inneres" Coming-out bewältigen oder bereits (offen) lesbisch, schwul, bisexuell oder transgender leben. Sie werden also in ihrem Arbeitsalltag mit den speziellen Wünschen, Bedürfnissen und Problemstellungen von lsbt Jugendlichen konfrontiert. Doch Informationen zu lsbt Lebensweisen sind für Jugendliche kaum verfügbar und der Druck zur Konformität ist enorm.

 

Deshalb arbeiten seit 1990 junge Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender im Aufklärungsprojekt zusammen und führen ehrenamtlich Jahr für Jahr ca. 100 bis 120 Veranstaltungen in Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen durch. Wir arbeiten nach dem Peer Education Ansatz, d.h. Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre klären Jugendliche und junge Erwachsene auf.




Wir bieten Jugendlichen in unseren Veranstaltungen neben Informationen aus erster Hand den Raum zur Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Lebensweisen.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Forschung und Wissenschaft fördert unser Projekt und empfiehlt unsere Arbeit ausdrücklich (Rundschreiben II Nr. 85/1992).

 

Ziele unserer Arbeit


Viele Jugendliche haben noch nie bewusst Homosexuelle, Bisexuelle und Transgender wahrgenommen und "erben" diesbezüglich Klischees von ihrem Umfeld. Wir bieten mit unseren persönlichen Geschichten und Erfahrungen, die wir reflektiert und methodisch aufgearbeitet haben, Gelegenheit zu rationaler und emotionaler Auseinandersetzung.

Vorurteile und Klischees über Lesben, Schwule und Transgender haben ihren Ursprung in starren Vorstellungen darüber, wie Männer und wie Frauen sein sollen. Ein Austausch über verschiedene Auffassungen von Geschlechtern, vielfältigen Lebensentwürfen und Liebesbeziehungen kann diese Bilder relativieren, Berührungsängste und Bedrohlichkeiten verringern und so auch gewaltpräventiv wirken.

Durch unsere Veranstaltungen leisten wir einen Beitrag zu größerer Akzeptanz untereinander, die nicht nur lsbt Jugendlichen, sondern ebenso ihren MitschülerInnen zu Gute kommt.





© ABqueer 2006-2007 | Impressum   Stand: 20. Dez 2007